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Free-Trail: Frankenalb-Panoramaweg

Die Trailerschar trifft sich an diesem Wochenende zum alljährlichen Allmanach im elsässischen Rouffach und läuft den Trail Petit Ballon. Ich zähle mich zu den Leuten, denen 300km Anreise wegen eines 52km-Laufes nicht zuletzt aus ökologischen Gründen zu viel ist. Die gleiche Strecke bei gleicher Höhenmeteranzahl bekomme ich auch hier vor der Haustür – und ohne den Rummel. Dennoch würde ich gerne so eine Distanz mal wieder woanders laufen. Ein ähnliches Gedankenspiel hat auch Gerhard und lässt die virtuelle Laufgemeinde wissen, dass er den Frankenalb-Rundwanderweg für dieses Wochenende als Freetrail-Variante in der Pipeline hat. Meine Frau nutzt die Gunst der Stunde, den lauf-unausgeglichenen Gatten temporär ins Fränkische zu entsorgen und meldet mich bei Gerhard an – ich widerspreche nicht.

Samstag 07:00

2015-03-15_01Kurzum – am Samstag um 7 Uhr treffe ich mich in Schwabach an einem einschlägig bekannten Fitnesscenter mit Gerhard und eine Dreiviertelstunde später stehen wir in Lichtenegg „am Start“.
Leichter Schneefall, es ist kalt und windig, das passt. 59km und knapp 2000 Meter vertikales Geplänkel warten auf uns. „Standortbestimmung“ steht in großen imaginären Buchstaben über uns. In der Wegbeschreibung steht was von 18 Stunden Gehzeit, in der Hälfte sollte das moderat zu machen sein. Der kommende JUNUT 239 wirft mehr als nur einen langen dunklen Schatten voraus. Die ersten 8km der Strecke werden wir nach einer großen Runde wieder zurücklaufen. Von oben sieht das wie ein Ballon mit zu wenig Luft aus, Parallelen zur elsässischen Variante lassen sich durchaus ableiten.
2015-03-15_02Wir starten und die ersten 12km sind schon mal traumhaft. Wald, Wiesen, Singletrails, wir queren kleine Dörfer und sind sofort wieder im Unterholz verschwunden. Die Strecke wird dadurch abwechslungsreich und absolut kurzweilig. Es geht wellig dahin und die Steigungen sind moderat. Aufwärts hiken wir, der Rest wird gelaufen. Uns begegnet niemand, wir sind alleine. Gerhard ist die Runde schon zweimal alleine gelaufen und ich lasse ihm den Vortritt. Außerdem neige ich zum Trödeln, ich will ja auch was sehen und schaue mir die Gegend gerne an.
Nach ca 1,5 Stunden und ca. 12km erreichen wir den Aussichtspunkt „Hohler Fels“, im Tal der Stausee bei Happach und gegenüber der Deckersberg mit dem Oberbecken des Sees (http://de.wikipedia.org/wiki/Happurger_See).

2015-03-15_08Da geht’s 250HM runter und auf der anderen Talseite die gleiche Höhendistanz wieder hoch (na endlich, und ich dachte schon wir müssen die Höhenmeter am Schluss in Kniebeugen ableisten). Durch den schnuckligen Ortskern sind wir schnell durch (nur zur Info, da hats auch Bäckereien) und dann geht’s hoch. Ich mag’s wenns hochgeht, Stöcke raus und rauf. Ein Einblick zum oberen See wird durch einen hohen Zaun leider verwehrt, dann halt nicht. Weiter geht’s über Wiesen und Feldwege nach Deckersberg, Prosberg und letztlich Engelthal. Aus Zeitgründen (wir haben ja neben dem Laufen auch noch ein Privatleben 🙂 ) entschließen wir uns im Ortskern von Engelthal den letzten Zipfel der Original-Wanderroute über den Frankenweg abzukürzen. Viel ist das nicht, aber abends wird zeitig gegessen.
2015-03-15_10Es wechseln sich Wald und Dörfer ab, es ist wirklich traumhaft hier. Die Zeit und die Strecke vergehen im Flug, allerdings ist das mit dem Laufen so eine Sache…. Die Steigungen sind nicht der Rede wert, aber sie ziehen sich hin und lange Anstiege lassen sich nur mit sehr sportlichen Ambitionen auf so eine Distanz dauerhaft laufen. Egal, wir sind ja nicht auf der Flucht, sondern zum Spaß hier. Immer gibts was Interessantes zu sehen und der Gesprächsstoff geht uns auch nicht aus. Dann laufen wir am Kansbach ein langes Tal hinunter bis in den gleichnamigen Ort und die Streckenführung zeigt wieder steil nach oben zur Burg Reicheneck um dann nach den mühsam erklommenen Höhenmetern sofort wieder talwärts nach Förrenbach zu führen. Das gleiche Spiel auch hier wieder: direkt rauf, keine rollatorfreundlichen Serpentinen, sondern einfach nur hoch. Na endlich mal etwas Pfeffer in der Strecke. Aber vielleicht kommts uns nach 45km Strecke auch einfach nur verschärft vor. Oben angekommen gelangen wir wieder wieder auf die Pendelstrecke zurück zum Ausgangspunkt. Wieder dies klasse Trails, wieder die schönen Wälder, es ist wirklich schön zu laufen hier – und wieder keine Menschenseele. Trubel kann ich in dieser Gegend nicht brauchen, Laufen in seiner urspürnglichsten Form. Nach 8 Stunden, ca. 55km und 1700Höhenmetern stehen wir am Ausgangspunkt und treten die Heimreise an.

Fazit

Da schlummert doch tatsächlich ein richtig netter Trainingsultra bei den Franken, das muss ich als Ostalb-Fan neidvoll anerkennen. Der Frankenalb-Panoramaweg macht seinem Namen alle Ehre. Viel Wald, viel Aussicht, schöne Wege und gut zu laufen. Die Ortschaften sind schön anzuschauen und mit jeder Menge Gasthäuser – wenns jemand ein wenig gemütlicher will. Wenn jetzt noch die Botanik blüht ists sicher noch eine Ecke interessanter, allerdings auch touristisch frequentierter.

Dickes Danke an Gerhard fürs Mitnehmen! 🙂

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