Allgäu Panorama Ultratrail 2013

IMG_0550Eigentlich wollte ich es dieses Jahr im Allgäu krachen lassen und meine Zielzeit von 2012 verbessern. Außerdem wollte ich keinen Laufbericht mehr drüber schreiben, es ist alles gesagt, aber ein Leidensbericht geht immer. Bestzeiten sind mir zwar nicht wichtig, das Podest auf dem ich mal stehe braucht definitiv mehr als nur drei Treppen, aber ein wenig schneller wäre schon schön fürs Selbstvertrauen. Unter 10 Stunden wäre ein Grund, mich mit einem Erdbeereisbecher und viel Schlagsahne zu belohnen. In meiner Leistungsklasse laufe ich nicht mehr gegen andere, sondern mit mir selber um die Wette. Dennoch kann ich es nicht leugnen, dass es mir zuweilen Spaß macht, so manch einen meiner Mitläufer noch kurz vor der Ziellinie zurechtzulegen. Die Zeichen für was Schnelles stehen gut, das Wetter soll nicht so heiß werden wie 2012 und ich fühle mich fit.

Vorab

IMG_0545Am Samstag reise ich an, hole mir neben der Startnummer das reichhaltige Starterpaket ab. Neben einem Rucksack, Buff, Stirnband, Pastagutschein und jeder Menge anderem brauchbarem Zeugs gibt’s noch freiem Eintritt fürs Wonnemar zum Plantschen. Auf der Läufermesse treffe ich wieder die üblichen Verdächtigen. Maxime von Raidlight ist am Stand von Axels Laufladen und zeigt mir “unter der Ladentheke” die neuen Prototypen der Rucksack-Kollektion für 2014. Sehen scharf und funktional aus, das nenne ich mal Produktpflege und das Must-Have-Gefühl stellt sich unweigerlich bei mir ein. Ich fülle nebenan meinen Kohlehydratspeicher mit der Gratis-Portion Pasta auf und schütze mich vor drohender Dehydrierung mit bleifreiem Weißbier bei Sonnenschein mit Blick auf den Grünten. So lässt sich das aushalten, hier passt mal wieder alles. Ich laufe noch zum Allgäu-Outlet um die 20% Rabatt zu nutzen, die es heute auf alles gibt und schaffe sogar 100%-Ersparnis, ich finde leider nichts Passendes.

Die Nacht verbringe ich vorzugsweise im Auto auf dem Parkplatz vorm Wonnemar mit Schlafsack und Isomatte, hier treffe ich am Abend viele nette Leute. Die Möglichkeit in der Turnhalle zu übernachten habe ich mir für Schlechtwetter offen gehalten. Massenlager muss ich seit Verbier nur noch in Ausnahmefällen haben. Um 04:45 bin ich wach und wenig später stehe ich in der Ortsmitte am Start zu knapp 70km und 3000 Vertikalmetern. Ich hadere noch mit der Schuhwahl. Es gibt viele Trailanteile aber auch sehr viel Asphalt und entscheide mich dann für den LaSportiva Raptor. Er ist einfach für die langen Kanten für mich der geeignetste Schuh. Auf Asphalt ist er in jedem Fall unterfordert, aber im Gelände und auf langen Strecken unschlagbar. Ich laufe dieses Jahr freihändig, d.h. ich habe meine Stöcke nicht dabei – eine Entscheidung die mir noch lange zu denken geben wird. Mein Olmo 5 mit einer Trinkflasche, Verpflegung und der Pflichautsrüstung (Aludecke und Pfeife) hingegen ist definitiv die richtige Wahl. Ich treffe noch Bernie, Dieter, Wilfried (sein 2. Ultra!) und allerelei andere Laufirre. Kurzes Geplänkel, keiner will trainiert haben, man sei krank gewesen, zuwenig Kilometer gelaufen, man wolle sich schonen, es langsam angehen lassen und sowieso früher aussteigen… Wer kennt das Geschwätz nicht? Nachher ziehen genau diejenigen mit einer schon fast arroganten Leichtigkeit an Dir vorbei, dass Du ihnen am liebsten einen Stein hinterherwerfen würdest, von den Sachen die ich mir dann sonst noch denke, ganz zu schweigen.

Start – 06:00 Uhr

IMG_0547Dann ein unspektakulärer und unhörbarer Startschuss und der Pulk bahnt sich seinen Weg durchs verschlafene Sonthofen. Raus auf Straßen und breiten Wegen, dem ersten Anstieg hoch in Richtung Weltcuphütte Ofterschwang. Der erste VP kommt etwas früher für mich als erwartet, aber das schadet nichts, Flüssigkeit auffüllen geht immer. Dann lese ich irgendwo missfällig das Schild “Wir bauen für Sie”. Noch eine Schipiste, noch ein Lift… Ein Schild mit der Aufschrift “Wir lassen die Natur für Sie in Ruhe” würde mir auch mal gefallen. Danach weiter hoch zum Weiherkopf. Hier hat es für mich doch etwas viel Asphaltanteile für einen Trail. Wenigstens werden die ab und an von wunderschön zu laufenden Waldwegen unterbrochen. Die Aussicht ins Tal und die aufgehende Sonne hinter dem Grünten sind atemberaubend. Ebenso atemberaubend – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist der Aufstieg zum Weiherkopf. Wir machen die Höhenmeter gehend, ich habe so das Gefühl zu schnell unterwegs zu sein, aber nach einer Laufzeit von 01:45 Stunden bin ich oben, das passt. Leider unterlaufen wir den Gipfel aufgrund einer Baustelle, aber mir reicht’s sowieso gerade vom Hoch und freue mich auf das Runter.

Downhill vom Weiherkopf

IMG_0566Den würzigen Geruch des Nadelwalds in der Nase, die aufgehende Sonne von vorne im Gesicht fliegen wir förmlich downhill den steilen und unbefestigten Weg 150 vertikale Meter nach unten und nach einer Spitzkehre laufen wir in Richtung Grasgehren. Wir folgen dem breiten Wanderweg und die Landschaft ist grandios, aber das hatte ich ja schon erwähnt. Viel zu schön um nur durchzulaufen, oft bleibe ich stehen und mache Fotos. Aber Fotos sind letztlich langweilig, ihr müsst da hin um das zu verstehen. Wir laufen eine Schleife hoch zu einem Pass und dann sehen wir auch schon den nächsten VP Grasgehren. Das tut auch Not, irgendwie hatte ich noch einen Zwischen-VP auf dem Radar und meine Trinkvorräte gehen zur Neige. Glücklicherweise gibt’s viele Tränken mit frischem Bergwasser. Verdursten muss keiner. Am VP Grasgehren treffe ich nach 2,5 Stunden ein und hier gibt’s alles was ich benötige inkl. best gelauntem Personal. Ich sage das gleich stellvertretend für alle Helfer an den VPs und die im freien Gelände – und das lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Herzlichkeit. Da stehen keine muffigen Menschen, die zu einem Dienst verdonnert wurden. Die gehen in Ihrer Aufgabe auf und sind mit Enthusiasmus dabei – ob Alt oder Jung. Hilfsbereitschaft ohne Ende. Essen reichen, Brote schmieren, Wasser auffüllen, Erfrischungsduschen und ein nettes Wort – alles inklusive. Die machen es einem echt schwer, weiterzulaufen.

Asphalt

IMG_0567Ich kann mich dennoch mit vollem Mund aus dieser “Vollpension” lösen und es geht zunächst auf breiten Wegen, Straßen und dann endlich auch mal auf “richtigen Trails” runter nach Rohrmoos zum nächsten VP. Die Kilometer sind geradezu verflogen und ich stehe erneut vor einem kleinen VP und werde geduscht und abgefüllt. Weiter führt der Weg auf der Militärstraße mit Blick auf die Gatterschwandwände. Die Asphaltetappe werte ich als ein “notwendiges Übel” das dem Naturschutz geschuldet ist, man muss auch nicht überall durchlaufen, aber ich kann Asphalt trotzdem nicht sonderlich leiden. Es hat zumindest den Vorteil, dass ich mich nicht dauernd auf den Weg konzentrieren muss, dadurch bekomme ich auch mehr von der Landschaft mit und kann Fotos machen. Beim Bergaufgehen vermisse ich zuweilen meine Stöcke, durch sie werde ich zwar nicht schneller, aber effizienter. Aber noch läuft’s und ich erreiche nach Überquerung der Grenze den Gasthof Hörnlepass (ca. KM 32) auf österreichischem Territorium. Hier wartet mein Dropbag mit frischen Klamotten und die Verpflegung. Wilfried ist auch da und der ist flott unterwegs – Respekt.

Der Geist ist willig, aber…

IMG_0578Beim Weiterlaufen merke ich so langsam, dass ich schwächle und das, obwohl der Weg bergab verläuft. Irgendwie will mein Körper nicht mehr so recht. Nach einem längeren VP-Aufenthalt ist’s sowieso immer schwer, wieder in den Tritt zu kommen. Ich kann’s aber jetzt nicht ändern, ich muss weiter. Der Asphaltanteil der Strecke nach Riezlern trägt auch nicht gerade zu meiner Motivation bei. Am Wegrand stehen die Anwohner mit Wasser, Salzgebäck und einem Duschangebot. Das berührt mich schon sehr und es ist schön zu sehen, dass die Region diese Exoten mag und diesen Event mit trägt. Ich quere die große Brücke in Riezlern und bergauf muss ich dann Gas rausnehmen. Jetzt läuft Wilfried zu mir auf und wir gehen gemeinsam. Der Weg wird richtig steil und wir stemmen ordentlich Höhenmeter. Mit jedem Meter wird auch der Blick ins Tal besser, auch eine Motivation. Jetzt kommt der Punkt, an dem ich mich ärgere, dass ich meine Stöcke nicht dabei habe, mir zieht’s den Stecker raus und ich schicke Wilfried alleine weiter. Ich bin nach meinem Infekt von vor zwei Wochen noch nicht richtig fit, das wird mir jetzt immer klarer. Ich muss langsamer machen und nutze das zum Fotografieren.

Rauf geht’s

IMG_0582Die Sonne heizt das Terrain jetzt langsam auf und glücklicherweise ist der schattige Waldanteil sehr hoch. Die Wege sind breit und “rollatortauglich”. Ab und zu kann ich es laufen lassen, bin aber kraftlos und erste Gedanken ans Aufhören keimen in mir auf. In Oberstdorf wäre eine gute Gelegenheit. Da wartet ein bleifreies Weißbier und eine Medaille samt einer Wertung gibt’s obendrein. Ich mache mich verdächtig schnell mit dieser Variante vertraut und motiviere mich, zumindest noch die restlichen 10 Kilometer durchzuhalten. Trotz allen Widrigkeiten nehme ich die Landschaft immer noch wahr und es ist ein Traum hier zu laufen. An der Söllereckbahn gibt’s am VP Flüssigkeit zum Nachfüllen und der weitere Weg durch den Wald in Richtung Freibergsee ist traumhaft. Manchmal mit knackigen Anstiegen, aber dann runter auf großen Stufen, Wurzeln und Waldwegen.

Schwitzen statt Baden

IMG_0588Am Freibergsee vorbeizulaufen ohne zu baden ist eigentlich ein Verbrechen, aber ich sehe vor meinem inneren Auge ohnehin nur noch die Medaille und das Weißbier. Jetzt nochmal ein paar Höhenmeter runter und ich befinde mich auf Meereshöhe mit Oberstdorf. Ab jetzt verläuft die Angelegenheit flach dahin. Aber selbst hier muss ich Gehpausen machen. Ich sag’s euch: Ich kann mich selbst nicht leiden in dem Zustand. Kennt ihr das? Wenn nichts mehr geht? Schlimm. Egal – weiter. Als wäre es der Schlussspurt eines fulminanten Rennens, versäge ich vor dem Station im Laufschritt bergauf (!) noch ein paar Mitläufer und treffe um 13:10 im Stadion ein. Bis jetzt wars keine zeitliche Verbesserung zum Vorjahr, eher eine Schadensbegrenzung. Eines habe ich allerdings durch die vielen Ultras gelernt: Gib nie ein Rennen mit leerem Magen auf. Meist sieht die Welt mit voller Wampe komplett anders aus. Wenn’s danach immer noch nicht geht, kann ich immer noch die Rückreise antreten. Also: Erst mal essen und trinken. Das Bier geht runter wie Öl, ich habe Hunger und esse. Ich setze mich ins Gras und genieße die Sonne (ein wenig mehr Schatten könnte es hier schon vertragen – so als Anregung –  Erdinger hat nicht nur ein gutes Bier, die Sonnenschirme sind auch klasse von denen…).

Wonnemar oder Sonnenkopf?

IMG_0589Jetzt beginnt wieder der Kampf mit mir selbst. Ich könnte jetzt aufhören – aber auch weiterlaufen. Mir wäre nach ersterem, aber ich habe langsam die Schnauze von DNFs gestrichen voll und betrachte die Sache jetzt nüchtern, die Rechnung sieht unterm Strich ganz einfach so aus: Es ist bis zum Ziel ein Halbmarathon mit 1000m Vertikaldistanz. Gemessen an dem was ich in Verbier oder beim Sardona UT gelaufen bin, ist das jetzt nur noch ein Rülpser, wenn auch ein lauter. Und die Schlussanstiege der beiden genannten Rennen (1200 HM) deklassieren den des Sonnenkopfs zum Hügel. So, nachdem ich mir das klar gemacht habe und den Rest der Strecke in dieser Relation sehe, bewege ich mich mit einer Selbstverständlichkeit zum Aufbruch und schon bin ich wieder unterwegs. Nichts wie raus aus der Skisprungarena und ich ziehe die steile Straße hoch. Ich muss Tatsachen schaffen, nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel. Egal welche Zeit, egal welcher Platz. Ich mach das jetzt auch nicht wegen der Trophäen, das ist jetzt eine Frage der Selbstachtung. Mein Körper will nicht, aber mein Kopf. Ich gönne mir Pausen und dann ziehe wieder weiter. Der Weg verläuft wellig, großteils im Schatten, eigentlich ein Spazierweg und für mich trotzdem hart. Es riecht nach Harz und ich komme wieder in so etwas wie einen Flow. Dann läuft Dieter zu mir auf. Wir wechseln ein paar Worte und ich lasse ihn ziehen. Meine Mission ist jetzt “ankommen”, mich bekommt man heute nur noch mit Gewalt von der Strecke. Und ich kann’s auch gar nicht mehr erwarten, den finalen Anstieg zum Sonnenkopf zu knacken.

Und wieder: Rauf geht’s

IMG_0593Vorher sind noch ein paar anstrengende Höhenmeter zum nächsten VP Gaisalpe zu machen. Hier nochmal kurz regenerieren und nachtanken, dann nichts wie weiter. Ich will jetzt wissen, was geht, zu was ich noch im Stande bin und überhaupt… Der Weg führt weiter durch herrliche Botanik und immer mit Blick ins Tal. Eigentlich will ich ja noch mehr Fotos machen, aber ich habe gerade andere Probleme. Nach 3 km dann der letzte VP vorm finalen Aufstieg. Der Knabe hier kann mich nochmal richtig motivieren und dann packe ich es an. Auf einen Kilometer sind ca. 400 Höhenmeter zu machen, das heißt beißen. Zunächst auf Schotter steil nach oben. Hier läuft Bernie zu mir auf, macht ein Foto von mir für die Nachwelt und ich schicke ihn gleich weiter. Ich bin ihm keine Hilfe und andererseits würde er mich auch nicht hier hochtragen. Jetzt stapfe ich ohne Pause mit langsamen Schritten nach oben. So habe ich das beim Bergwandern in jungen Jahren gelernt, kleine Schritte, die aber konsequent. Auf halber Höhe mache ich Pause und nutze sie für ein paar Fotos rüber zum Grünten.

Die letzten Meter

IMG_0595Der Ausblick ist unbeschreiblich. Weiter – nach oben. Das ist schon eine Nummer, sich hier hoch zu ziehen. Ich kann das Team vom Gipfel-VP schon rufen hören und mein Höhenmesser erweist mir auch hier wieder gute Dienste. Dann bin ich endlich oben, bekomme einen Schluck zu trinken, setze mich kurz hin und genieße das Drumherum. 360 Grad-Panorama, dafür muss Zeit sein. Apropos Zeit, ich habe noch 1,5 Stunden bis zum Zielschluss, das geht. Eigenartigerweise fröstle ich hier oben trotz Hitze ein wenig und entschließe mich, bald darauf den Gipfel zu verlassen. Könnte sein, dass ich mich dem Unterzucker nähere. Der Weg ist traumhaft zu laufen und verläuft entlang des Bergrückens. Der nächste VP mit dem kompletten Sortiment ist nach ein paar Minuten erreicht. Hier versorge ich mich noch mal richtig mit allem was da ist und dann laufe ich los. Das Ziel kann man von hier aus sehen, na dann. Vorbei ist der Tiefpunkt und ich laufe die restlichen Kilometer, als ginge es drum, was aufzuholen. Unterwegs kommt mir noch ein wandernder Spaßvogel entgegen, der meint, wenn ich jetzt nicht noch einen Muskelkrampf bekomme, kann ich es im Zeitlimit schaffen. Na toll, ich hatte noch nie einen Krampf, aber diesen Gedanken hat er mir jetzt erfolgreich implantiert. Jetzt laufe ich die restlichen Kilometer und höre permanent in mich rein, ob’s schon krampft. Natürlich alles Quatsch, aber ich bin verunsichert.

So ein K(r)ampf…

IMG_0602Das 66km-Schild kann mich zwar ablenken, habe aber so meine Zweifel, ob die Schilder hier alle stimmen. Manchmal tun sie’s definitiv nicht. Der letzte VP in Hofen leistet ganze Arbeit, noch ein Schluck Cola und dann sammle ich noch ein paar Läufer ein, das ist gut fürs Ego. Entgegen der Aussage, dass die Strecke von 2012 nicht geändert wurde, steht die Tatsache, dass der Weg nicht mehr an der Ordensburg vorbeiführt, sondern unterhalb auf einem neu angelegten Schotterweg am Schwarzenbach entlang. Sieht nicht sonderlich schön aus, aber es läuft sich hier flotter und ich möchte auch irgendwann ankommen. Meine Angst, dass Axel uns doch noch zur Burg hochschickt, ist dann auch unbegründet. Er genießt es sicher uns leiden zu lassen, aber ein Sadist ist er nicht. Kurz vorm Ziel durchlaufe ich noch eine willkommene Dusche, die ein Hofbesitzer wie auch schon im Vorjahr dort aufgestellt hat. Dann kann ich das Ziel sehen und nach einer kleinen Runde ums Wonnemar bin ich nach 11:46:38 Stunden im Ziel. Axel begrüßt mich persönlich  wie einen Veteranen der überlebt hat (irgendiwe triffts das ja dann auch) und seine Lebensgefährtin umarmt mich trotz meines verschwitzten Zustands herzlich und behängt mich mit der Medaille. Danach in der Abendsonne bei einem Weißbier zufrieden abhängen und mein Steinmännle abholen – das passt..

Fazit

Wenn ihr den Bericht genau gelesen habt, wisst ihr, was diesen Ultra im Allgäu ausmacht und warum er einer meiner Favoriten ist, da muss ich nichts mehr ergänzen. Organisatorisch höchstes Niveau. Was die Helfer leisten ist einsame Spitze und die Strecke ist (mit Ausnahmen der Asphaltanteile) wunderschön.

Was die Kilometerbeschilderung angeht (wenn man die Dinger schon unbedingt aufstellen muss), wäre mit deren exakteren Platzierung noch Luft nach oben. Zwei 64km Hinweise im Abstand von einem Kilometer können nicht stimmen, das kann ich sogar ohne Lineal behaupten…

Persönliches Fazit

Ich habe mich durchgebissen und habe mein miesestes Laufergebnis (gleich hinter meinem ersten Halbmarathon) hingelegt und bin dennoch stolzer denn je auf mich. Gleichzeitig hat sich aber auch meine Erkenntnis bestätigt: Wenn der Körper mitteilt, er stirbt gleich, lügt er. Da geht noch was.