Seite drucken

Max läuft

Rausgehen ist wie Fenster aufmachen, nur noch viel krasser.

Angefangen hat es damit, dass ich nach längerer (verletzungsbedingter) Pause, einigen Kilos zuviel und wiederentdecktem Bewegungsdrang wieder anfing zu Laufen. Durch gezieltes Training wurde ich rasch schneller, schlanker und lief letztendlich meine Marathons unter 03:30 Stunden. Irgendwann hat mich dann ein Sinnkrise eingeholt und ich habe mich gefragt, ob das jetzt schon alles war. Straßenmarathons sind letztendlich öde, langweilig und wollen in möglichst kurzer Zeit zu Ende gebracht werden. Am Straßenrand schreien mich permanent Leute an, denen selbst etwas Bewegung gut täte und mich nur leiden sehen wollen, mich aber gar nicht kennen – manche nennen dies “Stimmung bei einem Marathon”. Jetzt mal unter uns: Wenn ich das, was mir Spaß macht, möglichst schnell hinter mir haben will, stimmt doch was nicht…
Also, nicht unbedingt langsam, aber länger sollte es schon sein. Außerdem weg von den Leuten, weg vom Asphalt, ab in den Wald. Flugzeuge gehören in die Luft, Autos auf Straßen und Menschen in die Landschaft. So kam was kommen musste: Ich wurde zum Trailläufer. Was in Frankreich bereits eine Szene hat, erwacht nun langsam auch in Deutschland. Die Ausrüstung auf dem Rücken und los gehts. Distanzen über das Marathonmaß hinausgehend, nur zum Spaß und nur durch Felder, Wälder, Berge, Wiesen… Laufen in seiner ursprünglichsten Art. Meine Grenzen erfahre ich nicht durch eine Stoppuhr, sondern durch den Punkt, an dem einfach nichts mehr geht. Achja Training. Ich trainiere nicht mehr, ich laufe weils Spaß macht (und ich habe viel Spaß…).

“Jeden Morgen wacht in Afrika eine Gazelle auf. Sie weiß, dass sie schneller als der schnellste Löwe laufen muss, sonst wird sie getötet. Jeden Morgen wacht in Afrika auch ein Löwe auf. Er weiß, dass er schneller laufen muss als die langsamste Gazelle, sonst wird er verhungern. Es spielt keine Rolle, ob Du ein Löwe oder eine Gazelle bist: Wenn die Sonne aufgeht, fängst Du am besten an zu laufen.”
Roger Bannister, ehemaliger britischer Mittelstreckenläufer

Wir sehen uns!

Max